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Trügleben, ein kleiner Ort im grünen Herz Deutschlands, in Thüringen.

Unseren Ort findet man 5 km von der Residenzstadt Gotha entfernt in Richtung Eisenach, direkt an der Bundesstraße 7.
Unsere Kirche Er befindet sich in einer Höhe von 396 m NN und liegt südlich des Krahnberges (429 m NN).
Trügleben, mit seinen ca. 355 Einwohnern, war Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hörsel mit Sitz in Hörselgau. Seit 01.12.2011 gibt es die Landgemeinde Hörsel. Trügleben ist ein Ortsteil davon.

Hinter dem Gasthaus "Thüringer Haus"

liegt der Kriegberg und dahinter wird der Krahnberg sichtbar. An Trügleben führte auch die berühmte mittelalterliche Handelsstraße "Via Regia" entlang. Sie gehört zu den ältesten Verkehrsverbindungen zwischen Ost- und Westeuropa und war Teil der kontinentalen Handelsstraße von Spanien über Frankreich, Deutschland, Polen bis in die Ukraine.

Der Krahnberg wird im Jahre 1409 erstmals unter dem Namen "Brandenburger Holz am Kraynberge" erwähnt. Später wurde er "Kromberg" und auch "Kramberg" genannt. Hier zeigte sich einst nur Buschland. Er wurde als Schafweide und zum Brechen von Steinen genutzt. Aber auch bei den Armeen war er zu jeder Zeit ein beliebter Ort. So lagerten hier die kaiserlich - herzoglichen Truppen 1567 bei der Belagerung Gothas. Auch Schweden und Franzosen nutzten diesen Berg als Lagerstätte.

Es war Ernst Friedrich Arnoldi (der Vater von Ernst Wilhelm Arnoldi), der 1794 auf dem damaligen "Galgenberg" (jetzt Galberg) einen etwa 4 ha großen Garten kaufte. Er bepflanzte das zu dieser Zeit kahle Gelände mit den unterschiedlichsten Gehölzen. In den nachfolgenden Jahren entstanden mehrere Bauwerke. 1818 entstand das steinerne Gartenhaus (heute Bestandteil der Gaststätte),

1826 das Gartenhäuschen mit chinesischem Dach und 1829/1830 der Arnolditurm.

Seit 1874 ist der Berggarten für jeden zugänglich. Den Arnolditurm, einst ein Gothaer Wahrzeichen gibt es leider nicht mehr. Er mußte, wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.

Aber es gibt auf dem Krahnberg noch heute sehenswertes. Ein paar Punkte seien hier genannt:.

Der Müller - Tempel

Ihn erreicht man von der Klinge (Gotha) kommend. Der offene achteckige, eiserne Pavillon mit seiner zwiebelförmigen Kuppel wurde 1902 erbaut. Gewidmet wurde der Tempel dem Justizrat und Vorsitzenden des 1872 gegründeten Verschönerungsvereins, Ernst Adolf Müller zu seinem 70. Geburtstag. Die Bausumme wurde von Vereinen, Freunden und Bürgern der Stadt Gotha aufgebracht. Übrigens befinden sich in der Klinge große Streuobstwiesen. Ein Paradies für z.B. Steinkauz, Wendehals, Gartenschläfer, Fledermäuse und Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Viele bedrohte Vogelarten, wie Wiedehopf und Wendehals finden hier ein ideales Rückzugsgebiet.

  • Der Lüderitzbrunnen

Ihm sagt die Legende Heilkräfte nach. So ließ der Schlossermeister Lüderitz den Brunnen fassen, da er nach dem Genuss des Wassers wieder gesund wurde. Weiterhin soll auch ein Kind seine Sprache wiedererlangt haben. Neben der Grotte des Brunnens standen einst zwei Sphinxen, die aber leider zerstört wurden.

  • Der Goldfischteich

Er befindet sich unterhalb des Lüderitzbrunnens, der auch den Teich mit Wasser versorgt. Anfang des 20. Jahrhunderts stiftete ein noch heute unbekannter Naturfreund das Geld für den Bau des 14 ar großen Teiches.

  • Alschleben

Die Wüstung am Krahnberg zeugt noch heute vom Dorfleben des bereits 1109 erstmals erwähnten Ortes in der Nähe des Wolfsgrundes. Die Reste der Brunnenanlage besteht aus einem abgedeckten Brunnenschacht und dem davor befindlichen Laufbrunnen. Sowohl das originale Holzrohr des Brunnens, als auch der ehemals am Standort der Kirche befindliche Gednkstein von 1830, befinden sich heute im Museum für Regionalgeschichte auf Schloss Friedenstein.

Das sind aber noch nicht alle Wanderziele. Es gibt noch:

  • Galgenplatz
  • Wolfsgrund
  • Mühlsteinbrunnen
  • Fahner - Blick - Hütte
  • Frank - Tempel
  • Grazer Steinbruch
  • Russenbrunnen
  • Schwedenschanze
  • Freunds Ruhe
  • Liebetrauhütte
  • Hennicke - Hütte
  • Petermann - Hütte...

und nicht zu vergessen die einzigartige Flora und Fauna. Den Krahnberg wandernd zu erkunden lohnt also immer.

Wie Sie unschwehr erkennen können liegt unser Wohnort mitten in einer beeindruckenden Landschaft am Fuße des Thüringer Waldes.

Geologisch gehört die Gegend um Trügleben zu einem Muschelkalkzug, der am Hainich beginnt, sich durch den Behringer und Hainaer Wald fortsetzt, dann am linken Nesseufer hervortritt, den Hahnberg bei Ebenhain, die Trügleber Höhe, den Krahnberg, den Galberg, den Schlossberg in Gotha, den kleinen Seeberg, die Butterleite bildet und in der Nähe des Apfelstädttales endet. Das Gebiet des Krahnberges ist 453 ha groß und befindet sich im Naturraum des Thüringer Becken.In seinem Gebiet findet man großflächige, naturnahe Laubwälder und offenen Kalk - Trockenrasen, sowie einzelne Kalkfelsen.

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In seinem Gebiet findet man großflächige, naturnahe Laubwälder und offenen Kalk - Trockenrasen, sowie einzelne Kalkfelsen. Desweiteren ist es ein Fundort in Thüringen sehr seltener, vom Aussterben bedrohter Pilzarten.

Kammmolch und Abbiss - Scheckenfalter bietet das Areal einen Lebensraum. Aber auch in und um den vorhandenen Feuchtraumbiotopen hat sich eine beachtliche Flora und Fauna entwickelt, oder erhalten. Ich möchte hier die zahlreich vorzufindenenden Libellen erwähnen. So z.B. die auf dem unteren Foto zu sehende Vierfleck (Libellula quadrimaculata). Sie gehört zur Großlibellenfamilie der Segellibellen, wird bis 5 cm lang und hat eine Flügelspanne um 8 cm. Die Libelle fliegt von Mai bis Anfang September. Bei der Eiablage (frei ins Wasser) fliegt das Weibchen über die Wasseroberfläche und berührt diese jeweils mit dem Hinterleib.

Eine Viefleck- Libelle


Die Aufnahme entstand am 04.06.2003.

Es mag vielleicht unpassend sein, auf einem schützenswerten Areal wie es der Krahnberg ist, mächtige Windräder aufzustellen. Na ja, sie stehen ja auf dem Schönberg. Dennoch haben auch diese einen beeindruckenden Reiz. Es kommt halt auf den Blickwinkel an:

Blick zu einer der Windkrafträder

Weitere Fotos finden Sie hier.......

Auch in der Sagenwelt ist der Krahnberg präsent. Zum Beispiel in der Sage über die verborgene Kriegskasse:

Die verborgene Kriegskasse der französischen Truppen aus dem Siebenjährigen Krieg, im Krahnberg bei Gotha, ist bis heute nicht gehoben. Hier hatten die Franzosen im Oktober 1757 ihr Feldlager aufgeschlagen. Aufgrund eines Befehls mußten sie unerwartet schnell aufbrechen und weiterziehen. In ihrer Eile hatten sie keine Zeit, die schwere Kriegskasse mit ihren großen Schätzen - überall im Lande zusammengeraubt - mitzunehmen. Deshalb vergruben sie diese an einer geheimen Stelle auf dem Krahnberg, um sie auf dem Rückwege wieder mitzunehmen. Doch keiner der wenigen Offiziere und Soldaten, welche den verborgenen Ort kannten, kehrte aus dem Krieg zurück.

So liegt der Schatz noch heute dort. Ein Gothaer Herzog ließ einst den halben Krahnberg nach ihm umgraben, doch ohne Erfolg. Denn wer die Reichtümer heben will, muß den Kessel im Waldgrund entdecken, an dessen Rand ein Baum mit eingewachsenen Hufeisen steht; muß die geheimnisvollen Sprüche wissen, unter denen das Gold einst in die Erde versenkt wurde, muß in der Geisterstunde graben und sich nicht fürchten, wenn plötzlich Schlag zwölf Uhr die Rothosen erscheinen, das Bajonett fällen und auf ihn anlegen.

Schaut man vom "Thüringer Haus" an der B 7 in westliche Richtung, so sieht man hier das ca. 72 m tiefer liegende Dorf Aspach.

Der Name des Ortes stammt von der südlich vorbeifließenden Asse. Das Dorf zählt zu den ältesten. Im Jahre 932 wurde es durch König Heinrich I. an den Abt zu Hersfeld vertauscht.

Südlich von Trügleben liegt ein Waldstück mit dem Namen Berlach.

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Bild links: Die "Trift" Richtung Berlach,,,,,,,Bild rechts: Berlach,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

Diesen Namen verdankt die Waldung einer Sumpfpflanze Namens "Berle", einem Doldengewächs. Die Gewöhnliche Berle wächst vornehmlich an Gewässerrändern, aber auch in flachen Bächen, den Rändern von Gewässern und in Gräben.

Im Berlach entdeckte man 18 Hünengräber. Im Sommer 1873 wurde eins geöffnet. Der größte Hügel wurde mit einem Durchmesser von 35 m, der kleinste mit 7 m ermittelt. Der geöffnete Hügel enthielt 3 Grabstätten. Die ganze Fläche des Grabes betrug 57 m² und enthielt 3 altarähnliche Erhöhungen. Neben menschlichen Knochen von 3 Leichnamen befanden sich im Mittelgrab zwei Steinbeile. Daneben liegende Tierknochen lassen auf ein Totenmal schließen. Das fehlen jeglichen Metalls läßt darauf schließen, daß diese Grabstätten noch der Steinzeit angehörten. Das Ende der Steinzeit in unserer Gegend liegt etwa im 2. Jahrtausend vor Christus. Die Berlachgräber gehören also ohne Zweifel zu den ältesten vorzeitlichen Überresten unserer unmittelbaren Heimat. Ein Teil der Funde kam ins Gothaer Museum. Die Ergebnisse der Ausgrabungen wurden von der Vereinigung für Gothaische Geschichte und Altertumsforschung, durch Professor Florschütz verwertet.

Es gibt für die Trügleber Einwohner auch einen, im gesamten Landkreis bekannten, Spitznamen. Sie werden Gaansert genannt. Antwortet man auf die Frage nach dem Wohnort, so heißt es gleich: "Ach ein Gaansert". Entstanden ist der Spitzname in früheren Zeiten, als die drei im Dorf befindlichen Teiche von dutzenden Gänsen bevölkert waren. Unten ein Foto aus dem Jahre 1962.

Hier sieht man noch ein paar Gänse. Heute wird ja alles was früher den Charakter eines Dorfes ausmachte untersagt. So auch das "Baden" von Gänsen in den Teichen. Man kann gespannt sein wann die (teilweise) weltfremden Behörden auch noch den Fischen ihren Aufenthalt im Teich verbieten, weil ja auch diese in den Teich sch...! Ich finde ja dass es, auch für nachfolgende Generationen, wichtig wäre den dörflichen Charakter eines Ortes zu erhalten. Gehört doch auch diese Lebensform zu unseren erhaltenswerten Kulturlandschaften. Aber mitlerweile stört es ja sogar die zentrale Ordnungsbehörde wenn ein Hund in einen der Teiche springt. Oder stört es die Anwohner?

Gespeist werden die Teiche von örtlichen Quellen. Die Brunnen wurden einst gefasst, um die Bevölkerung mit dem nötigen Trinkwasser zu versorgen und die angelegten Teiche mit Wasser zur Brandbekämpfung zu füllen. Der leistungsstärkste Brunnen, der Schulhofbrunnen,

versorgt den größten der Teiche Unter den Linden sowie den Teich am ehemaligen Wiegand Gehöft mit Wasser. Er hat bis 2003 weder bei der größten Trockenheit, noch bei der strengsten Kälte versagt. Hierzu heißt es in einer Turmknopfurkunde: "1947 war ein ausgesprochenes dürres Jahr. Fast alle Brunnen, auser die Schulquelle, versagten. Zuletzt holten alle Leute unter der Linde."

Aber seit 12. Mai 2003 schließlich läuft kein Wasser mehr. Vermutlich liegt es an einer Tiefenbohrung, die zu diesem Zeitpunkt im Neubauviertel Friedhofstraße zwecks Energiegewinnung durch Erdwärme, ausgeführt wurde. Es war scheinbar ein "Volltreffer". Die Brunnenringe trocknen aus, der Wasserstand im Teich verringert sich immer mehr und es besteht die Gefahr, daß die vielen Karpfen, Goldfische....in den beiden Teichen qualvoll verenden.

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Da ist ja noch mehr. Denn das reichlich fließende Wasser wird von den Teichen direkt in die "Asse" weiter geleitet. Wie wird sich der mangelnde Wasserzufluß auf Flora und Fauna der Asse auswirken?

Wird sich eine rasche und effektive Lösung finden lassen? Oder endet hiermit ein Kapitel der Dorfgeschichte? Immerhin hat sich laut Überlieferung unser Ort um den Teich Unter den Linden, bzw. um die Schulhofquelle, gegründet. Und was ist mit der Bedeutung des Teiches als Feuerlöschteich?

Nunmehr (2007) kann ich ergänzend folgendes einfügen:

Auch wenn inzwischen klar ist dass am 12.05.2003 die Geschichte der jahrhunderte lang Leben spendenden Schulhofquelle endet, so gab es für den Teich Unter den Linden und den darin lebenden Fischen Hoffnung auf bessere Zeiten. Am 28. und 29.11.2005 führte eine Spezialfirma eine Brunnenbohrung durch (Fotos unten). Diese erfolgte unmittelbar am Teich, im Schacht vor dem Laufbrunnen. Die Bohrung ist ca. 50 m tief und mit einem Kunststoffrohr (125 mm Durchmesser) stabilisiert. In diesem Rohr befindet sich eine Tauchpumpe, die das Wasser in den Teich pumpt. Die Hoffnung dass der Brunnen künftig genügend Wasser hat damit der Teich immer gefüllt ist und die Fische frisches, sauerstoffhaltiges Wasser bekommen hat sich meiner Ansicht nach nicht erfüllt. Der Brunnen erweist sich als nicht sehr leistungsfähig. Es kommt nur ein sehr bescheidener Wasserstrahl aus den Rohren des Laufbrunnens.

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"Laufbrunnen"? Warum dieser noch hier steht verstehen Aussenstehende sicher auch nicht so richtig. Denn wenn man diesen in Funktion sehen möchte muß man abwarten bis es dunkel ist. Die Pumpe wurde an das Straßenlicht gekoppelt. Sind die Lampen aus, läuft auch kein Wasser. In Trügleben ist eben alles ein bischen anderst, denn überall laufen Brunnen zur Freude für Anwohner und Gäste bei Tageslicht.

Man stelle sich vor in Gotha die Wasserkunst ist nur im Dunklen aktiv.

Da diese Website einen rein informativen und keinen Kritik übenden Charakter haben soll, möchte ich das Thema Brunnen hier enden lassen.

Die Laufbrunnen wurden noch bis 1978 zur Wasserversorgung genutzt. Im Frühjahr 1978 begann der Bau der örtlichen Wasserversorgung. Die Leitung beginnt im Neubauviertel Gotha West und wurde bis nach Trügleben geführt. Der Bau der Wasserleitung wurde in der Eigenregie des örtlichen Rates und durch viele, freiwillige, unbezahlte Stunden Eigenleistungen der Bevölkerung realisiert. Ohne diese Eigenleistungen wäre das Projekt Wasserleitung nicht verwirklicht worden. Zu diesem Zeitpunkt wurde den Bewohnern zugesichert, dass diejenigen, die sich aktiv am Bau der Wasserleitung beteiligen den Hausanschluss kostelos erhalten. Aber es sollte im Jahre 1998 anders kommen. Denn im Juli des genannten Jahres bekamen wir einen Bescheid zur Erhebung eines Herstellungsbeitrages für den Anschluss an eine öffentliche Wasserversorgungseinrichtung. Nach 20 Jahren mussten wir also unsere eigenen Arbeitsleistungen, die uns nie vergütet wurden, auch noch selbst bezahlen.

Die Thüringer Landesregierung beschloss 2005, dass es keine Erhebung eines Herstellungsbeitrages für die öffentliche Wasserversorgungseinrichtungen mehr geben wird und bereits gezahlte Beiträge zurückerstattet werden. Klingt gut. Wurde auch zurückerstattet, aber es gab zum Ausgleich eine rückwirkende Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren. Also bleibt die Tatsache, dass wir unsere erbrachten Eigenleistungen beim Bau der Wasserleitung nochmals bezahlen. Ignoranz, Frechheit, Betrug oder berechtigt? Die Antwort ist eigentlich einfach. Die Schuld liegt bei uns selbst. Hätten wir die Wasserleitung damals nicht gebaut, dann hätte es der Zweckverband tun und finanzieren müssen um uns "abkassieren" zu können. Wen wundert es da noch wenn sich künftig jeder mit seinen freiwilligen Eigenleistungen zurückhält?

Der Ursprung der oben erwähnten, in westliche Richtung fließenden Asse befindet sich bei den zwei ehemaligen Brunnen des verschwundenen Dorfes Eschleben. Zu sehen ist dies aber nicht mehr. Dieser Ort wurde im 30- jährigen Krieg zerstört. Nur die kleine Kirche blieb noch länger stehen. Im Jahre 1860 wurden die Ruinen völlig niedergerissen, wonach nur noch der Fuß des Taufsteines inmitten einer Baumgruppe auf dem Hügel übrig blieb. Ja wenn die uralten Hainbuchen, die hier stehen, erzählen könnten...Die nachfolgenden Fotos zeigen den ehemaligen Standort des Ortes und einzelne hier liegende Trümmerteile im April 2007.

Der Platz "Unter den Linden" (der schönste in unserem Ort) verdankt seinen Namen der unten abgebildeten Sommerlinde. Früher standen hier mehrere davon:

Sommerlinde mit dem Mühlstein

Die Sommerlinde - daneben das Denkmal "Waidmühle"

Die Linde ist ca. 128 Jahre alt (im Jahre 2002) und hat schon manchen Sturm und andere Schädigungen überstanden. Das Alter ist ein errechneter Wert. Während die Spezialisten zur Altersbestimmung eines stehenden Baumes einen Stangenbohrer verwenden, kann man als Laie eine andere Methode anwenden. Diese bietet zwar keinen genauen Wert, ist aber völlig ausreichend. Zuerst wird derr Umfang des Stammes gemessen (in Brusthöhe), und dann durch 1,5 geteilt. Unsere Linde hat einen Umfang von 192 cm : 1,5 = 128. Also ist sie etwa 128 Jahre alt.

Durch Neuanpflanzungen wird dafür gesorgt, dass die alte Linde nicht allein auf dem Lindenplatz steht.

Hier wird gerade ein Stück Thüringer Geschichte aufgestellt

- der Mühlstein für das Denkmal "Waidmühle".

Sommerlinde

An dieser Stelle möchte ich auf Bauart und Wirkungsweise der Waidmühlen eingehen:

Eine Waidmühle bestand aus einem aufrecht laufenden Mühlstein mit gezähnter Lauffläche, der auf einer kreisförmigen, aus Steinplatten bestehenden Tenne von etwa 3,60 m Durchmesser lief. Angetrieben wurde er göpelartig (Göpel = durch Zugtiere betätigte Antriebsvorrichtung) durch Pferde.

Der Mühlstein in Trügleben hat folgende Abmessungen: Durchmesser = 1,75 m, Dicke = 0,40 m.

Die Waidpflanze (Isatis tinctoria L.) gehört zur Familie der Kreuzblütler.

Das Wirtschaftsleben Thüringens wurde im 13. bis 16. Jahrhundert durch den Färberwaid entscheidend geprägt.

Übrigens...

soll es da ein paar Leute geben die behaupten tatsächlich in Trügleben sei der Hund begraben!

In Wirklichkeit ist der Hund in Winterstein begraben, denn das Adelsgeschlecht der Freiherren von Wangenheim residierte bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf der im Mitteldorf gelegenen Burg. Einer der Hunde von Jägermeister Christof von Wangenheim wurde 1630 unterhalb der Burg zu Grabe getragen. Dieser Hund trug den Namen Stutzel.

Seither ist in Winterstein in der Tat der Hund begraben. Noch heute kann man zu Burgruine mit Park, Vogtei und Heimatstube und natürlich dem Hundgrab einen Ausflug machen.

Nun hätte ich beinahe vergessen das schöne Wahrzeichen zu erwähnen, das die gesamte Umgegend beherrscht. Freunds Warte, direkt an der B 7. Sie ist ein ehrendes Denkmal für Johann Ehrenfried Freund, vom 01. April 1872 bis 31. März 1895 Senator der Stadt Gotha. Ein verdienstvoller Bürger der Stadt. Er ist mit Hilfe anderer gemeinnütziger Gothaer der Schöpfer der Waldanlagen, die sich über den Galberg zum Berggarten, über den Hundsrücken bis zur "Freunds Ruhe" am Krahnberg und von da rechtwinklig nach der B 7 herüberziehen. Bei der Verwirklichung dieser Pläne weilte Freund oft an dieser Stelle und regte den Gedanken an, hier einen Aussichtsturm zu errichten.

Frends Warte im Juli 2003 Freunds Warte

Nach seinem Tod am 22. August 1903 vermachte er in seinem Testament neben einer großen Zuwendung für das Stadtbad in Gotha noch 6000 M zum Bau eines Aussichtsturmes an eben dieser Stelle. Freunds Warte wurde nach dem Muster römischer Grenzwachttürme erbaut......

Nördlich über der B7, zwischen Panzerstraße und des Waldstückes gegenüber der Freunds Warte liegt ein Flurstück das Erdfälle genannt wird. Hier befanden sich der Kleine und der Große Igelsee. Der Kleine Igelsee war ungefähr 30 m tief und 6 m breit. Die Zufüllung kostete damals über 500 Mark.

Die Erdfälle sollen zwischen 1810 und 1820 entstanden sein. Als Ursache für die Erdsenkungen wird angenommen, daß Salz oder löslicher Kalk durch unterirdische Quellen ausgewaschen worden ist.

Die Trügleber Mundart, von den älteren Bewohnern des Ortes noch heute gesprochen:

"...Das Dorf mit seinen 336 Seelen, nicht Nachbarn, hat natürlich seine Mundart, die hier in der Abgeschlossenheit sich ursprünglicher als das thüringische Idiom in vielen anderen Dörfern der Ebene erhalten hat. Sie bevorzugt den Umlaut in die tiefen Vokale. Man spricht in Trügleben nicht Feierabend, sondern Fürobd, und grüsst fragend "bal (d) Fürobd?" die Mäher und Pflüger im Felde. Man sagt nicht Haus, sondern Hus, nicht Schmauss, sondern Schmus, nicht Gaul, sondern Gul, nicht Maul, sondern Mul, das u in allen Worten langgezogen. Höll dinn Mul (Mund gehört nicht zum Trügleber Wortschatz); Mach`, dass de nus kömmst; dagegen drussen (kurz). Aus ie wird ä: Späl aus Spiel, väl aus viel. Wilkür scheint im Umlauten von eu und äu zu herrschen: es heisst nicht euer, sondern auwer, nicht Scheuer, sondern Schünn. Und wieder nicht geheuer, sondern gehauwer, nicht Gemäuer, sondern Gemür. Das i ohne e muss sich viel gefallen lassen, namentlich vor einem Mitlaute: aus Kind wird Käind, das ä vom i so getrennt, dass auf ersterem der Ton liegt und das letztere fast verschluckt wird. Aus Kinder wird Köng, aus Wind wird Wäind, in der Mehrheit Wöng, aus gelind wird geläind, im Komparativ gelönger. O,ö und ei werden oft merkwürdig gewandelt: für Vogel sagt man Vau(e)l, für Vögel Vei(e)l, im Deminutiv Vei(e)lchen, für Veilchen aber Vichelchen. Ganze Worte werden in Vokalen und Konsonanten umgelautet: das Ihr der Anrede in Dei oder Däi, Däi wonnert och? (Ihr wundert euch?). Die Partizipien der Gegenwart werden auf ning gebildet: nicht singend, brüllend, gehend, stehend, sondern singning, brüllning, giehning, stiehning, sogar offning, zuning und geschlossning heisst es für offen, zu und geschlossen....Wenn die Trügleber noch am späten Abend Familienbesuch erhalten, und er bleibt über die Zeit, dann sagen sie wohl: Auwer Stecken, Vetter Hammmechel (man achte auf die vollkommene Assimilation bei der Zusammenziehung von Hans Michel), stieht an der Dör, m`r wunn (wollen) schloff (schlafen) gieh, Däi werd´t wul a wullt heimgieh!...

Hier ein paar Flurnamen geordnet nach: Moderne Namen, mundartlicher Aussprache und urkundlicher Form!

Moderne Namen Mundartliche Aussprache
Urkundliche Formen
Bemerkungen
Trügleben Driläben .siehe "Geschichte" .
Das Kiefernholz Kieberholz . .
Sandgrube Sandgroben . .
In der Lehmgrube In der Lehmgroben . .
Der kleine Kessel Das Seilchen . .
Der große Kessel Im grossen Kessel Das Keßel *1657 .
Der Hessenweg Hessenwägk . Der Hessenweg begann östlich, beim "Weißen Brunnen" (westlich von Gotha- Kaiserstraße), lief über Eschleben und Trügleben auf der Wasserscheide zwischen Asse und Dornbach hin (Deinberg) nach Fröttstädt , von da nach Laucha, dann den Bach aufwärts nach Brotterode und Schmalkalden.
Die Kessellaite Kessellaiten . .
Heuholzlaiten Heuholzlaiten . .
Im Bauchborn Buchborn Bauchborn und Buchborn *1657 an der Aspacher Grenze
Im Rohr Im Ruhr Im Rohr *1657 sumpfige ehemals mit Rohr bewachsene Wiese an der Aspacher Grenze
Im Boden Im Boden . .
Im Mellinbach

und Melmbach

Im Müllnbach Im Mellbach *1657 an der Aspacher Grenze, westlich vom Dorf
Hinter den Weiden Hengern Wieden . .
Vor dem Gothaer Tor Verts Gothaer Thur . Der Ortsausgang des Dorfes nach Gotha zu; da wo der alte Gothaer Weg mündet.
Unter dem Gothaer Weg Ungern Gothaer Wägk . .
Die kleine Quere Die kleine Quere . an der Asse südöstlich vom Dorf
Die große Quere Die grosse Quare . Unter der Gothaer Straße, östlich vom Dorf
Hinter der Kirche Henger der Kerchen . .
Die Krautmaßen Krutmoßen . An der Aspacher Grenze
Das Karlachsfeld Das Karlachsfeld Das Karlachsfeld *1425 Wiesenland an der Aspacher Grenze
Auf dem schönen Berg Uf den schön Bärgk . grenzt an den Schönberg in der Aspacher Flur
Das kleine Feld Im klänn Feld . .
Die Kranbergslaite Kronbärgkslaiten . .
Der Eselsrasen Aeselsroasen . ehemaliger Rasenrain östlich vom Dorf, daran schloss sich nördlich der Remstädter Rasen.
Der Baumgarten Der Gärngoarten . Hinter dem Backhaus
Der Schützengarten Schötzengoarten . beim Thüringer Haus
Die Hecke Henger der Hecken . ehemaliges dichtes Gebüsch nördlich vom Dorf
Die Eschleber Brücke Eschleber Bröcken An der Escheleuben Brucken *1425 Brücke über die Asse an der Gothaer (Eschleber) Grenze
Das Pfingstgehege Pfingstgehei . südlich vom Dorf über der Asse
Der Pfingstgraben Der Krustgroawn . .
Die Krautflecke Krutsfläcken . gehörte zu jedem Haus ein Acker, die Hälfte mit Kraut

und die andere mit Möhren

Die Möhrenflecke Mihrenfläcken . .
Das Heuholz Das Heuholz . Südöstlich vom Dorf
Die Grube Die Grub`n . .
Der Hötzel Der Hötzel Der Hötzel *1657 an der Aspacher Grenze
Gemeinderasen Gemeinderoasen . .
Die Asse Die Asse . .
Die alte Straße Die oale Stroß . ursprünglicher Verlauf der Hohen- oder Königsstraße (Frankfurt - Leipzig)
Das Straßfeld Stroßfeld . Wiesenland südlich vom Dorf
Der Schindanger Schengleich . Im Straßfeld
Die Milchweide Milchweide . Holz und Wiesen an der Sundhäuser Flurgrenze
Die Ochsenwiese Ochsenwäesen Die Ochsenwiesen *1657 Auf dem Ried
Der Schlüssel Der Schlössel . .
Die Hausäcker Husäcker An Hausäckern *1657 .
Die Erlen In der Erl . ehemals mit vielen Erlen bewachsene Wiese südöstlich vom Dorf
Der Käse Koase Die Käsekühlen *1657 Wiese nach Aspach zu
Die Gänsegurgel Gänsegorgel . langes Stück Land vom Ort nach dem Kranberg zu
Die Keule Keilen . Pfarrland südlich vom Dorf
Der Wiesenhof Weäsenhof . Wiesenpläne südlich vom Dorf
Der Queringshof Queringshof . Wiesenpläne südlich vom Dorf
Das Kirchtor Kerchthur . Dorfausgang neben der Kirche
Das Stiegel Stegel . Westausgang wo ein kleiner Stieg über Dorfgraben führte
Unter den Linden Unger den Lingen . Dorfplatz mit Dorfteich in der Mitte des Dorfes

Quellenverzeichnis: siehe "Impressum"

 

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