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Dass hier eine Siedlung in vorgeschichtlicher Zeit, nach dem Aufsatz des Professors Dr. Florschütz in den "Mitteilungen" etwa zweitausend Jahre vor Christus schon vorhanden war, bescheinigen die Gräberfunde in ihrer Nähe, im Berlach (siehe auch Menüpunkt "Allgemeines"), das ein gemeinsamer Bestattungsplatz für die umliegenden Siedlungen gewesen sein mag, vielleicht auch nur für die Grossen der Urgeschichte Trüglebens. Was im Grenzgebiet von Wald und Dorf vorging, ist urkundlich nicht bescheinigt.

Die Ersterwähnung von Trügleben datiert auf den 17. Mai 1271

(Quelle: Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae, Band IV 614, Bände I-IV hrsg. von Otto Dobenecker, Jena 1896-1939. Nachdruck Vaduz 1986-1991.)

Der Ortsname:

Woher der Ortsname kommt ist nicht genau nachzuweisen. Eine Ableitung des Ortsnamens von dem wendischen dreiköpfigen Hauptgott Triglaw ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Auch die Vermutung von einem ersten Erbauer, der Trug oder Trieg geheißen habe ist nicht zu belegen.

Verwirrungen verursachen auch mehrere urkundliche Varianten des Ortsnamens, die vermutlich durch Schreibfehler entstanden.

Um 1324 - Trugeleben und Trugeleiben,

um 1378 - Trugloubin und Trugelewen.

Geschichtliche Daten:

Es gab ein Adelsgeschlecht, dass sich nach diesem Ort genannt hatte: Wichmannus de Trugeleben. Sie lebten um das Jahr 1271 hier. Heinrich von Trugeleben saß 1327 im Rate zu Gotha.

Im Jahre 1368 wurde das Gehöft des Adelsgeschlechts an das Kloster Reinhardsbrunn verkauft. Es handelt sich hierbei um das Anwesen in der heutigen Friedenstraße Nr. 30.

Aufnahme aus den 50er Jahren

Das linke, etwas niedrigere Gebäude mit der Toreinfahrt, ist ein noch existierender Teil des Gehöftes. Das Wohnhaus rechts wurde erst später erbaut.

Das Kloster Reinhardsbrunn besaß in Trügleben verschiedene Güter und Zinsen.

Die Einwohner des Ortes ernährten sich hauptsächlich durch Ackerbau und Viehzucht. Zu jedem Hause gehörte 1 1/2 Acker Land als Gemeinteil.

Viele verdienten auch als Tagelöhner in der Stadt Gotha ihr täglich Brot.

Der Kirchturm

Anno 1404 wurde der Turm zum Schutz vor Raubrittern erbaut. Er ist also genau so alt wie die Thüringer Bratwurst, die im gleichen Jahr erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seine ungewöhnlich dicken Mauern mit Gewölbedecken lassen vermuten, dass er in Kriegszeiten wohl als sicheres Versteck für Wertsachen diente.

Erst Wach- dann Kirchturm Das Dach wird erneuert
Erneuerung des Kirchturmes um 1958
Hier ist es fertig saniert

Johanniskirche

Kirche Weihnachten 1984

Eine Ausbesserung des Turmes erfolgte im Jahre 1858 und kostete: 271 Reichstaler, 25 Reichsgroschen und 7 Reichspfennig. Er hat zwei Läut- und eine Schlagglocke, die 1853 zersprang.

Auch die kleine Läutglocke zersprang 1867 und wurde 1869 umgegossen.

  • 1520 ist die St. Johanniskirche erbaut worden. 1656 stiftete Maria Sahin aus Naumburg eine Bahre (zuvor wurden die Toten auf Stangen getragen). Von Spenden wurde 1700 ein zinnernes Kännchen und eine in Beckenschlägerarbeit aus Messing gefertigte Taufschale für den Taufstein gekauft. Durch freiwillige Beiträge der Anwohner wurde im Jahre 1718 ein siberner, vergoldeter Kelch (vorher zinnerne Kelche) angeschafft. 1752 bekam die Kirche ein neues Dach. Ausgebessert wurde die Kirche 1758, wobei sie auch frisch getüncht wurde und Stände, sowie Empore etwas angemalt wurden. 1856 wurde die Kirche abermals ausgebessert. Auf der Westseite befindet sich ein hölzerner Treppenaufgang mit Holzdach. Die im Chor stehende Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde im Renaissancestil gefertigt. Sie hat die Form eines Achteckes, von dem fünf Seiten sichtbar sind. Verziert ist sie mit Zahnschnitt und Holzschitzerei.

Der Kirchgarten

Kirche 1958

  • Die Herren von Erffa waren bis zum Jahre 1650 die Kirchenpatrone. Das waren Adlige aus Friedrichswerth (Erffa war der damalige Ortsname). Dieser Ort wurde bereits unter den Schenkungen Karls des Großen an das Kloster Hersfeld 796 erwähnt. Seit 859 waren Adlige von Erffa bekannt. 1170 wurden sie als Lehensträger des Klosters Fulda ausgewiesen und waren später Dienstmannen des Landgrafen von Thüringen. 1677 erwarb Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg das Lehen von der Familie Erffa. Er ließ die alte Burg abreißen, von 1679 - 1689 ein Lustschloss errichten und den Ort in Friedrichswerth umbenennen.

    In den Jahren 1640 bis 1650 war Trügleben nach Aspach eingepfarrt und gehörte bis 1830 zum Amte Tenneberg - in kirchlicher Beziehung zu Waltershausen. Von da an aber zum Amte Gotha.

    1758 wurde die Orgel vom Orgelbauer Hofmann aus Gotha gesetzt. Sie wurde im Jahre 1830 erneuert. 1934 wurde die Orgel abermals überholt (Orgelbauer Rudolf Böhm, Gotha) und mit elektrischem Antrieb versehen.

    Sie befindet sich auf der Westempore der Kirche und hat eine Tiefe von ca. 2,30 m, eine Breite von ca. 3,20 m und eine Höhe von ca. 3,40 m. Zu ihrer Ausstattung gehören: 17 Register, 2 Manuale, mechanische Schleiflade, mechanische Traktur, elektrisches Gebläse, 1 - Falten - Magazinbalg. Leider ist die Orgel zur Zeit defekt und nicht bespielbar.

An dieser Stelle füge ich eine Abschrift von der ältesten Turmknopf - Urkunde ein.

"Anno Christi 1759 am 7ten Sept. wurde bei ausbeßerung des Thurmdaches zugl. der Knopf abgenommen in vermuthung ein altes document darin zu finden, allein er wurde leer gefunden. Ich erachte also vor nöthig, denen Nach Commen zum Vergnügen dieses wenige auf zu zeichnen.

Anno 1758 wurde die unscheinbare Kirche repariert welches sich auf 50 Thaler erstreckt und wo zu die Gemeinde durch mein Einreden 25 Thaler offerirte. In eben diesen Jahre wurde stadt eines vorhandenen schlechten Positiogler das nicht mehr befauchbar die Orgel von Christian in Gotha gebauet, so sich etwa auf 120 Thaler in Kosten erstreckt. Die Gemeinde schoß 20 Thaler vor, das übrige wurde von der Kirch Capitation (=Köpfe =Vorstände) auf Termine bezahlt, bis endlich durch den nachmittäglichen Klingel Beutel die Kirche ihren Vorschuß wieder erhalten. In eben dieser Zeit dauert der Krieg an noch der 1756 zwischen den Wiener und Berliner Hofe entstanden. Und weil sich jener mit Rußland und Frankreich gegen diesen vereinigt so geschehe anno 1757 zu Ausgang des Augustmonaths nach beschleunigter Winter Ernde der Durchmarsch 25000 Mann Franzosen durch hiesige Lande welche von Eisenach her kahmen colonnenweise marschierte und in Mechterstädt Teutleben Hoerselgau allzeit ihr Nachtquartier hatten sodann in Gotha wieder halt machet und auf Erfurt marschirt. die Reichsarmee ging auf den Walde hin. Es blieb nicht ohne exessen ob sich wohl die Franzosen ziemlich höflich erwiesen, in der Eisenacher Straße wurde ein Pfarr ausgeblündert und deßen Familie Tod geschändet, die Lieferungen und Einquartierungen Last unserer Landes soll sich auf 1 milionen erstrecket haben.

das 4tel waizen costete in diesem Herbste 1757 1 Thaler u. ein Groschen

das 4tel corn 36 Groschen

das 4tel Hafer 20 Groschen (Zufügung 1/4 war etwas über 4 Metzen)

das 4tel Gersten 22 Groschen (1 Metze = 15 2/3 Pfund)

Als die Anrückung der Preussen, bey welcher der Cönig selbst war und der in Gotha sich wenige Stunden auf den Schloß aufgehalten zum speisen wichen die Franzosen und Reichs armee, sie campirte erst zum Theil untern Cranberge, Fouragierte unsern dorthin liegenden Hafer weg, setzte sich darauf in Eisenach fest. Die Preussen zogen sich um Sie zu locken zurück, da dann die Oesterreichische avant Garde aus 2 regimentern Housaren bestehend fast 14 Tage auf den Gallberge von Gotha campirte und wir alle Tage unangenehme visit von Ihnen hatten, ich hatte einmal 2 Housaren, die mir Geld und Hembden und meinen Kindern Cleidungsstücke abnahmen, an abend der Tage cahmen 32 dergleichen die aber eurch mein klägliches lamentum abgeholt wurden. Zu dieser Zeit wurde manchen Nachbaar Hühner Gänse Schweine auch Schafe genommen, und can ich meinen Schaden wohl auf 300 Groschen rechnen. Bei Roßbach in Sachsen wurden die Franzosen und Reichs armee geschlagen die märsche und Einquartirungen betrafen sodann andere Länder daß wir anno 1758 und 59 nichts sonderliches empfunden. Gott gebe uns baldigen Frieden.

Anno 1755 cahm die neue Straße von Gotha bis Trügleben zu stande, welche sodann biß Eisenach fortgesetzt wurde, sonst ging die Eisenacherstraße untern Dorf.

Es sind jezo 53 Häuser allhier. Ich lebe hier im 10ten Jahre. Der Schuldiener Vitus Herr ins 45ste Jahr. Der Schulz heißt Jacob Reinhard, die anderen aeltesten sind Valentin Beutler, Franz Langlotz, Heinrich Meyer, Michael Backhaus Nicolaus Beutler, Georg Aschenbach. Der Cristl. Superintendant in Waltershausen ist M. Grosch. Der Christl. General Superintendant in Gotha ist M. Loewe.

Anno 1758 fuhr sich Micharl Goering des Freygüthers jüngster Sohn in Eschleben Tod.

3 Stumme Kinder leben allhier von einer Mutter Beutlerin genannt.

Die Gemeinde hat noch von ihrer Länderey ein boeses 4tel. Die Schäferei so der Gemeinde da sonst jeder nachbar 7 halten durfte sodaß wer sie füttern cönnen 14, ist jetzo unter die Nachbarrn verpachtet. Von Krankheit und Seuchen wissen wir nichts. In diesen Jahre haben mäuse in unseren Felde ziemlich in Gothaischen und die anderen auch weit entlegenen Feldern großen Schaden gedhan."

- Niedergeschrieben vermutlich von Pfarrer Sorge -

Die Abschrift dieser Turmknopf - Urkunde wurde mir freundlicherweise vom Bürgermeister der Gemeinde Trügleben, Herrn Erich Erbach zur Verfügung gestellt.

1768/1769 erfolgte der Bau des Schulhauses. Es wurde dann im Jahre 1841 vergrößert. Der Zustand vor dem Bau wird Mitte des 18. Jahrhunderts wie folgt beschrieben: Als Schule dient eine alte baufällige Hütte.

Das Schulhaus heute. Nunmehr Gemeinschaftshaus, für private Feiern mietbar.

Dieses Foto zeigt das Schulhaus (Bildmitte) um 1935. Fotografiert vom Garten am Wohnhaus Stutte (rechts). Das Foto wurde mir freundlicherweise von Lissy und Dieter Wagenführ zur Verfügung gestellt. Danke!

Man schrieb das Jahr 1794 als das neue Pfarrhaus erbaut wurde. Das alte Pfarrhaus wird Mitte des 18. Jahrhunderts wie folgt beschrieben: Das Baujahr des Pfarrhauses ist unbekannt. Es ist schäbig und in einem schlechten Zustand, wurde jedoch 1650 verbessert. Es war ursprünglich mit Stroh bedeckt und seit 1751 mit Ziegeln.

Dieses Foto zeigt die Ernst - Thälmannstraße mit dem Pfarrhaus (links) um 1935. Das Foto wurde mir freundlicherweise von Lissy und Dieter Wagenführ zur Verfügung gestellt. Danke!
Das Pfarrhaus 2004

Im Jahre 1813 wurde die Gaststätte "Schilling" (heute "Thüringer Haus") erbaut. Schilling war der Name des Erbauers. Das Haus diente zeitweise als Chausseegeldhaus. Denn nachdem die Chausseen gebaut worden waren, wurden auf durchfahrende Geschirre und getriebenes Vieh Wegegeld erhoben.

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Leider wird sie seit Jahren nicht mehr genutzt und ist dem Verfall preisgegeben.

Die 1837 gebaute Windmühle brannte am 20. Juni 1846,um 03.00 Uhr, von einem Blitz angezündet, ab und wurde am Karlachwege wieder aufgebaut. Die abgebrannte Mühle befand sich auf der nordöstlichen Höhe vom Thüringer Haus.

Im Jahre 1854 gab es in Trügleben 63 Wohnhäuser mit insgesamt 296 Einwohnern.

1865 kam es zu einer Antragstellung für den Bau einer Wasserleitung an das Herzogliche Landratsamt in Gotha mit nachfolgender Begründung.

Da der jetzige Ort, wegen seiner hohen Lage, an Wassermangel leidet, hat der Gemeindevorstand zu Trügleben den Erlass gefasst:

Eine neue 600 Schritte vom Dorfe entfernte Wasserquelle, durch Röhrenleitung mit dem oberen Teiche per Ortszuleitung zu verbinden, um einen großen Wasservorrat anzulegen.

Nach erteilter Genehmigung der Wasserleitung mit einem Wasserbehälter wurde der Karlachbrunnen 1866 gefasst und durch Elgersburger Rohre in die Nähe des Dorfes geleitet.

Der obere Teich wird mit dem Wasser der Karlachquelle gefüllt.

Als über eine Fortführung der Wasserleitung in das Innere des Dorfes, zum Teich auf dem Lindenplatz zu entscheiden war, bekam das Herzogliche Landratsamt im Jahre 1893 folgenden brieflichen Hinweis: "...neben der Wohnung des Herrn Pfarrer befindet sich eine sehr starke Quelle..."

Unterzeichnet wurde der Brief mit: Mehrere Nachbarn.

Mit diesem Hinweis war die Schulhofquelle gemeint, die schließlich auch genutzt wurde. Von hier wurde eine Wasserleitung zum Teich Unter den Linden

und zum untersten Teich am ehemaligen Wiegand- Gehöft gebaut.

Unterer Teich 2002
2007

In einer behördlichen Einschätzung zur gegebenen Situation im Jahre 1913 gibt es folgende schriftliche Stellungnahme:

28.04.1913

"Gelegentlich der heutigen Anwesenheit hierselbst wurde festgestellt, dass die beiden Wasserleitungsanlagen des Ortes sich in Ordnung befinden und z.Zt. ausreichend Wasser liefern. An der Leitung von der Schulhofquelle sind die alten defekten Holzrohre vor zwei Jahren durch neue Eisenrohre ersetzt worden."

Die Geschichte der Schulhofquelle selbst ist aber viel älter, denn um 1758 heißt es bereits:

Am Schulhof ist eine starke, reine und helle Quelle, welche eingefaßt wurde. Mit ihr werden 2 Brunnen betrieben. Damit bei Feuer kein Wassermangel herrscht erhält die Gemeinde 2 Teiche.

!914 - erster Weltkrieg begann eine schwere Zeit. Getreide, Kartoffeln und Vieh wurden beschlagnahmt. Weiterhin folgten die Ablieferung von Kupferkesseln und der großen Kirchenglocke. Im Jahre 1928 wurde eine neue Glocke, von der Firma Schilling in Apolda gegossen, geliefert und eingeweiht. Leider ereilte der neuen Glocke im 2. Weltkrieg das gleiche Schicksal, wie ihrer Vorgängerin.

1921 erhielt Trügleben elektrisches Licht.

Am 3. April 1945 rückten die Amerikaner in Trügleben ein und beschossen mit einem großen Geschütz die Kreisstadt Gotha, die sich am anderen Tag ergab.

Nachdem sich die Amerikaner am 1. August 1945 wieder abrückten, besetzten am 5. August 1945 russische Truppen unser Gebiet.

Im Jahre 1945 traten in unserer Flur die ersten Kartoffelkäfer auf.

Quellenverzeichnis: siehe "Impressum"

 

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